2016: Weniger Großdeals, mehr Projektentwicklungen

5. Juli 2017

Das Jahr 2016 verzeichnete am deutschen Wohninvestmentmarkt einen Rückgang des Transaktionsvolumens um rund 54 % gegenüber den Vorjahreswerten.

Das Transaktionsvolumen des Jahres 2016 erreichte in etwa 10,7 Milliarden Euro und konnte somit die hohen Werte des Jahres 2015 nicht wiederholen, dessen Transaktionsvolumen 23,24 Milliarden Euro betrug. 

Angebotsmangel führte zu weniger Aktivität

In Sachen Wohninvestment war 2015 noch ein besonderes Jahr und zeichnete sich durch verschiedene Transaktionen in Milliardenhöhe aus. Dazu gehörten u. a. die Übernahme von Gagfah durch den Wohnungskonzern Annington sowie der Kauf des Südewo-Portfolios.

Das vergangene Jahr verzeichnete jedoch weniger Großdeals, genau genommen waren es nur zwei Mega-Deals: die Conwert-Übernahme durch den größten deutschen Wohnungskonzern Vonovia und der Immobilienportfolioankauf von BGP Investments durch die US-Investmentbank Morgan Stanley.

2015 vs. 2016

Jahr 2015

Gehandelte Wohnungsportfolios: 280 Portfolios

Einheiten: 329.300 (nur Verkäufe ab 50 Einheiten berücksichtigt)

Transaktionsvolumen: 23,24 Mrd. Euro

Jahr 2016

Gehandelte Wohnungsportfolios: 252 Portfolios

Einheiten: 115.400 (nur Verkäufe ab 50 Einheiten berücksichtigt)

Transaktionsvolumen: 10,7 Mrd. Euro

Höhere Anzahl an Projektentwicklungen

Das Transaktionsvolumen ist im Jahr 2016 zwar gesunken, aber die Anzahl der Projektentwicklungskäufe ist im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Im Jahr 2016 macht der Erwerb von Projekten 21 % des gesamten Transaktionsvolumens aus, wohingegen es in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt nur 11 % waren. Dies habe auch zu höheren Preisen geführt, die in 2016 um 31 % angestiegen sind. So mussten Käufer in 2015 durchschnittlich rund 70.600 Euro für eine Wohnung bezahlen, während der Preis am Ende des Jahres 2016 dann bei etwa 92.400 Euro lag.

Spezialfonds lösen Immobilien-AGs an der Spitze ab

Das sich verändernde Angebot hat auch Einfluss auf die Investoren. So zählten Immobilien-AGs in den vergangenen Jahren zu den aktivsten Investoren, bis Spezialfonds schließlich im Vorjahr diese Spitzenposition übernommen haben. Ihr Anteil am Transaktionsvolumen betrug 32 %, gefolgt von den Wohnungsunternehmen mit 11 % und auf die Versicherungen und Pensionskassen entfielen 5 %.

Ausblick auf 2017

Zwar hat das Jahr gerade erst begonnen, aber es wird dennoch bereits damit gerechnet, dass dieses Jahr ein ähnliches Transaktionsvolumen verzeichnen werde wie 2016, nämlich rund 10 Milliarden Euro. Diese Erwartung basiert zum einen darauf, dass mehr Wohnungen genehmigt werden und zum anderen darauf, dass das Angebot im Bestand voraussichtlich knapp bleibe. Auch die Projektentwicklungskäufe sollen 2017 für das Handelsvolumen wieder von Bedeutung sein.