Alleinerziehende wohnen häufig in überbelegten Wohnungen

3. Dezember 2020

In Deutschland ist die Überbelegung keine Seltenheit: Im Jahre 2019 lebten hierzulande 6,4 Mio. Menschen in einer überbelegten Wohnung. Das entspricht 7,8 % der Einwohner. Verglichen mit den Vorjahren wurde laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) somit ein leichter Anstieg verzeichnet.

Wann gilt eine Wohnung als überbelegt?

Gemäß den Kriterien von Destatis besteht eine Überbelegung, wenn beispielsweise das Wohnzimmer gleichzeitig auch als Schlafzimmer dient. Als überbelegt gilt die Wohnung auch dann, wenn ein einziges Kinderzimmer von mindestens drei Kindern geteilt wird oder sich ein Bruder und eine Schwester als Teenager ein Zimmer teilen müssen.

Besonders in den Städten sind Wohnungen häufig überbelegt

Menschen, die in den deutschen Städten wohnen, waren mehr als drei Mal so oft von Überbelegung betroffen als Landbewohner (13 % vs. 4 %). Diese Zahlen lassen vermuten, dass die hohen Mieten in den Städten zur Überbelegung beitragen. Mit 19 % sind vor allem Alleinerziehende mit ihren Kindern von der Überbelegung betroffen und mit 21 % auch armutsgefährdete Menschen.

Währenddessen herrscht in anderen EU-Ländern jedoch ein noch größerer Mangel an Wohnraum. So lag die Überbelegung in Bulgarien, Rumänien und Lettland beispielsweise im Jahr 2019 bei über 40 %. In der EU betrug die durchschnittliche Überbelegungsquote 17,1 %.