Alles, was Sie zur Neuregelung der Maklerprovision wissen müssen

9. Juni 2020

Ein Hausverkauf oder ein Wohnungsverkauf geht mit einem erfahrenen Immobilienmakler um einiges einfacher. Für seine Dienstleistungen hat der Makler nach erfolgreicher Vermittlung Anspruch auf eine Provision. Wer die Maklercourtage zahlt, war bisher gesetzlich jedoch nicht geregelt. Bislang war es in vielen Bundesländern Usus, dass Käufer die Maklercourtage tragen. Doch nach vielen und langen Diskussionen wird die Verteilung der Kosten zukünftig anders aussehen. Nachdem der Bundestag bereits Mitte Mai eine Neuregelung beschlossen hat, hat am 05.06.2020 nun auch der Bundesrat seine Zustimmung gegeben. In unserem heutigen Ratgeber erfahren Sie alle wichtigen Punkte zum neuen Bestellerprinzip beim Hauskauf.

Was soll mit der Änderung bezweckt werden?

Bislang war es in einigen Bundesländern üblich, dass der Käufer die Maklergebühr komplett zahlt, selbst dann, wenn der Verkäufer diesen beauftragt hat. Wer sich hierzulande den Traum vom Eigenheim erfüllen möchte, muss neben dem Verkaufspreis und der Maklergebühr auch für die Notarkosten und die Grunderwerbsteuer aufkommen. Letztere kann je nach Bundesland recht hoch ausfallen. In Deutschland werden die hohen Kaufnebenkosten häufig als Hindernis für den Erwerb einer Immobilie angesehen. Aus diesem Grund wurde in der Politik viel und lange diskutiert, ob es sinnvoll wäre, die Kaufnebenkosten für Käufer zu reduzieren. Das Ergebnis dieser Überlegungen ist nun eine Reform der Maklercourtage.

Die Neuregelung gilt sowohl für den Verkauf von Einfamilienhäusern (einschließlich Einfamilienhäuser mit Einliegerwohnung) als auch von Wohnungen. Ob Verkäufer oder Käufer - derjenige, der den Makler beauftragt, muss auch die Maklerprovision tragen. Beim Verkauf gilt also zunächst das sogenannte Bestellerprinzip. Doch anstatt, dass der Auftraggeber die gesamte Provision zahlt, kann auch eine Teilung der Maklergebühr vereinbart werden. In einem solchen Fall würde die andere Partei die Kosten bis zu 50 % übernehmen.

Wann ist die Zahlung der Maklerprovision fällig?

Es ist so weit: Die vom Makler entwickelte Vermarktungsstrategie für die Immobilie und die Besichtigungstouren waren erfolgreich und ein Käufer wurde gefunden. Nachdem der Notarvertrag von beiden Parteien unterschrieben wurde und die Immobilie somit erfolgreich vermittelt worden ist, erhält der beauftragte Makler eine Provision für seine Dienstleistungen.

Nach der Reform muss zunächst derjenige, der den Makler beauftragt hat, seinen Anteil zahlen. Erst nachdem der Auftraggeber seine Zahlung nachgewiesen hat, muss die andere Partei ihren Teil der Maklerprovision zahlen.

Was passiert bei zwei Auftraggebern?

Es kommt in wohl eher seltenen Fällen vor, dass ein Makler sowohl vom Verkäufer als auch vom Käufer beauftragt wird. Somit hat der Makler bei diesem Vermittlungsgeschäft zwei Auftraggeber. In einem solchen Fall ist der Makler nach der Reform dazu verpflichtet, beiden Parteien jeweils dieselbe Provision in Rechnung zu stellen. Dem Makler ist es dann nicht gestattet, für einen der beiden Auftraggeber umsonst zu arbeiten. Die neue Regelung sieht nämlich vor, dass dies dann für beide Parteien gelten würde. Demnach müsste der Makler dann also für beide Auftraggeber umsonst arbeiten, was sich natürlich kein Makler leisten kann.

Was sonst noch wissenswert ist

Ein Makler kann nach der Reform nicht mehr mündlich beauftragt werden. Ein Maklervertrag muss zukünftig also stets in Textform erfolgen, dies ist entweder schriftlich oder in Form einer elektronischen Bestätigung, wie beispielsweise per E-Mail, möglich. Dies dient zum späteren Nachweis darüber, wer der Auftraggeber war.

Die Reform findet zudem nur dann Anwendung, wenn der Käufer die Immobilie als privater Verbraucher erwirbt. Wenn der Käufer die Immobilie hingegen als gewerblicher Akteur kauft, dann gilt die Neuregelung nicht. Ob der Makler jedoch ein Gewerbetreibender ist oder nur gelegentlich als Makler tätig wird, ist hier nicht relevant.

Wann soll die Neuregelung in Kraft treten?

Der Bundesrat hat bereits am 05. Juni 2020 zugestimmt und das neue Gesetz soll voraussichtlich Anfang 2021 rechtsverbindlich werden. Das bedeutet, dass für das restliche Jahr 2020 noch die alte Regelung gilt.

Wird der Eigentumserwerb durch die Reform wirklich vereinfacht?

Die Reform ist umstritten. In vielen Fällen erteilt bislang der Verkäufer dem Makler den Auftrag. Die Bundesregierung will mit der Reform erreichen, dass künftig beide Parteien sich an den Kosten für die Maklertätigkeit beteiligen. Dadurch sollen die Kaufnebenkosten gesenkt werden, mit dem Ziel, den Wohneigentumserwerb einfacher zu machen. In manchen Bundesländern, wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, ist es jedoch bereits üblich, dass die Maklerprovision sowohl vom Käufer als auch vom Verkäufer geteilt wird. Somit gibt es mancherorts für beide Parteien durch die neue Regelung kaum eine Änderung.

Zudem können Verkäufer ihren Anteil an der Maklerprovision theoretisch gleich zu Beginn in den Kaufpreis einrechnen. Dies hätte zur Folge, dass die anderen Kaufnebenkosten, die prozentual berechnet werden, sich für den Käufer sogar noch erhöhen würden. Daher sind viele Immobilienexperten der Ansicht, dass stattdessen eine Reduzierung der Grunderwerbsteuer sinnvoller wäre, um den Eigentumserwerb zu erleichtern.

Was gilt bei der Vermietung?

Das Bestellerprinzip findet bei der Vermietung schon seit Längerem Anwendung. Das bedeutet: Derjenige, der den Makler beauftragt bzw. bestellt, muss auch die Maklerprovision zahlen.

Fazit

So sehr diese Neuregelung auch umstritten sein mag, sie sollte allen Maklern als Ansporn dienen, um sich für ihre Kunden noch mehr ins Zeug zu legen. Nur Makler, die durch ihre Leistung überzeugen können und einen hervorragenden Kundenservice bieten, werden sich im Geschäft behaupten können. Wir von CENTURY 21 nehmen diese Herausforderung gerne an und sind zuversichtlich, dass unser großes Netzwerk und unsere engagierten Makler unseren Kunden auch in Zukunft einen entscheidenden Vorteil bei der Immobilienvermittlung bieten können.