Baukosten so hoch wie zuletzt vor 15 Jahren

Jinny Verdonck

29. Juli 2021

Wer derzeit mit dem Gedanken spielt, ein Haus zu bauen, muss jetzt noch tiefer in die Tasche greifen. Die Baukosten für Wohnimmobilien erreichen die Höchstmarke der letzten 15 Jahre. Sowohl Stahl und Holz als auch Dämmstoffe haben aktuell eine sehr hohe Nachfrage.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts verzeichneten konventionelle Wohnimmobilien im Neubau im Mai 2021 einen Preisanstieg von 6,4 % gegenüber Mai 2020. So hoch waren die Baupreise zuletzt im Mai des Jahres 2007 gestiegen. Damals stiegen die Preise um 7,1 %. Ein Grund für dieses starke Plus war die damalige Mehrwertsteuererhöhung von 16 % auf 19 %. 

Mit einem Preisanstieg von 28,5 % im Mai 2021 sind vor allem Zimmer- und Holzbauarbeiten innerhalb eines Jahres teurer geworden. Auch Dachdeckungs- sowie Dachabdichtungsarbeiten haben sich um 8,3 % verteuert. Die Dienste eines Klempners sind um 8,1 % teurer geworden, während sich Entwässerungskanalarbeiten um 7,8 % erhöht haben. Die Preise für Mauerarbeiten und Betonarbeiten sind um 4,8 % bzw. 6,6 % angestiegen. 

Höhere Materialkosten

Neben den gestiegenen Arbeitskosten sind auch die Preise für die meisten Baumaterialien zwischen Mai 2020 und Mai 2021 deutlich in die Höhe geklettert:

  • Bauholz um 38,4 %
  • Betonstahl um 44 %
  • Dachlatten um 45,7 %
  • Konstruktionsvollholz um 83,3 %

Die wachsende Nachfrage sowohl im Inland als auch im Ausland habe laut dem Statistischen Bundesamt dazu geführt, dass die Preise für Holz und Stahl gestiegen sind. Als Folge der Coronakrise gab es zudem Probleme in der Lieferkette.