BBSR warnt: Nachverdichtungen können sich negativ auf das Stadtklima auswirken

24. August 2020

Der Klimawandel bringt viele Herausforderungen mit sich, das gilt auch für den Wohnungsbau. Eine geringere Versiegelung, mehr Grün sowie neue Ideen, um bei Starkregen die großen Wassermengen abzuleiten, sind einige der Vorschläge des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), um diese Herausforderungen in Angriff zu nehmen.

In den Stadtquartieren gibt es bereits eine enge Bebauung und aufgrund des fortschreitenden Klimawandels sollte von einer weiteren Nachverdichtung abgesehen werden. Diese Warnung hat das Institut BBSR ausgesprochen. Wenn die Nachverdichtungspotenziale genutzt werden, würde sich das Risiko erhöhen, dass es sich negativ auf das Stadtklima auswirkt.

Innerhalb der Quartiere mit einer starken Bebauung bilden die Hinterhöfe in vielen Fällen ein Fleckchen Grün. Aus diesem Grund sollten sie nach Möglichkeit gar nicht bebaut werden, und wenn doch, dann nur behutsam. Anstelle von Neubauten in den Innenhöfen gäbe es in Bezug auf den Klimawandel umweltverträglichere Maßnahmen, um neuen innerstädtischen Wohnraum zu schaffen. Dazu gehören eine Aufstockung, eine Blockrandschließung oder ein Anbau, so der BBSR.

BBSR empfiehlt eine Reihe an Maßnahmen

In dem BBSR-Papier wird zudem empfohlen, freie Flächen bestehen zu lassen. Das bedeutet, der Stadtrand sollte nicht als Wachstumsfläche genutzt werden. Wiesen, Weiden, Brachen sowie Äcker spielen eine bedeutende Rolle bei der Abkühlung und kühlen im Vergleich zu den innerstädtischen Bereichen in der Nacht viel stärker ab.

Es gibt laut BBSR noch weitere Möglichkeiten für einen besseren Umgang mit Hitze und Starkregen. Der BBSR empfiehlt beispielsweise Kaltluftschneisen freizuhalten, die dafür sorgen, dass kühlere Luft in die Innenstadt befördert wird. Eine bessere Verteilung der kühlen Luft sei durch das Anlegen von kleinen Parks und Freiflächen möglich. Wenn neue Wohnquartiere geplant werden, können die Gebäudelängsachsen so ausgerichtet werden, dass die Luftströmung und somit der Luftaustausch auf positive Weise beeinflusst werden.

Außerdem gibt BBSR an, dass eine Erweiterung der herkömmlichen Systeme zur Entwässerung nur eingeschränkt möglich ist. Daher seien bauliche Maßnahmen wie Grünflächen, Sickergruben oder Mulden eine Möglichkeit, um bei Starkregen eine dezentrale Versickerung zu ermöglichen.

Zudem sorgen begrünte Dächer für eine Entlastung der Kanalisation. Abhängig von der Bepflanzung könnten zwischen 50 % und 90 % der Niederschläge auf den begrünten Dachflächen zurückgehalten werden.