Das ZIA-Frühjahrsgutachten steht heftig in der Kritik

7. Juli 2017

Sowohl die Analysten von bulwiengesa als auch die der DSK/BIG-Gruppe üben starke Kritik am Frühjahrsgutachten, das vom Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) zum Wohnimmobilienmarkt herausgegeben wurde und eine Trendwende voraussagt.

Worum geht es in dem kritisierten Gutachten?

Laut des vom Institut empirica ausgeführten Gutachtens wird erwartet, dass die Kaufpreise in den Großstädten um rund ein Drittel sinken werden, dies gelte insbesondere für Eigentumswohnungen. Grund hierfür sei eine reduzierte Nachfrage. Besonders München und Berlin seien von diesen Preiskorrekturen betroffen.

bulwiengesa hält dagegen

bulwiengesa ist der Ansicht, dass hohe Korrekturen der Immobilienpreise in den Metropolen nicht realistisch seien. Zwar geht auch bulwiengesa davon aus, dass sich der Markt ein wenig abkühlen wird, allerdings wird erwartet, dass dies auf einem hohen Niveau geschieht. Durchaus realistisch seien in den nächsten Jahren Wertkorrekturen für städtische Eigentumswohnungen, aber nicht nur in den Großstädten und außerdem zu einem geringeren Ausmaß. Langfristig zu erwarten sei eine Kontinuation des Zuzugs von Menschen aus dem In- und Ausland. Die Anzahl der Baugenehmigungen ist im vergangenen Jahr zwar um ein Drittel gestiegen, allerdings werde nicht damit gerechnet, dass die Anzahl der Fertigstellungen diese Zahl reflektieren wird. Aus den vergangenen Jahren bestehe zudem noch immer ein großer Nachholbedarf an Neubauten.

Die DSK/BIG-Gruppe übt ebenfalls Kritik am Gutachten

Auch die DSK/BIG-Gruppe wirft ein kritisches Auge auf das Gutachten und hält es für wahrscheinlich, dass der Wohnraumbedarf in den Metropolen hoch bleibt. Die durch das Gutachten ausgesprochene Warnung sei fahrlässig und ein “gefährliches Spiel”, da zum einen Investoren durch solche Aussagen gehemmt werden könnten und zum anderen die Politik denken könnte, dass es doch nicht so dringlich sei, Bauflächen zur Verfügung zu stellen.