Die Baupreise klettern in die Höhe

18. Oktober 2018

Im Vergleich zum Vorjahresmonat haben sich die Preise im August 2018 für den Neubau von Wohngebäuden, die konventionell gefertigt sind, um 4,6 % erhöht. Gemäß Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) stellt dies verglichen mit dem Zeitraum des Vorjahres seit November 2007 die größte Erhöhung dar.

Einen noch größeren Anstieg verzeichneten die Baupreise für Rohbauarbeiten an Wohnungen, denn diese haben sich innerhalb der Jahresfrist um 5,8 % erhöht. Auch für Ausbauarbeiten sind die Preise gestiegen, und zwar um 3,9 %. Wer an Wohngebäuden Instandhaltungsarbeiten (Schönheitsreparaturen nicht eingeschlossen) in Auftrag gegeben hat, der musste 4,1 % mehr bezahlen als noch im Vorjahresmonat. Die Preise für den Neubau von Bürogebäuden sind um 4,7 % angestiegen und bei den gewerblichen Betriebsgebäuden ist ein Anstieg um 4.8 % registriert worden. 

Der Bausektor profitiert

Die starke Nachfrage führt dazu, dass die Bauwirtschaft Nutzen zieht. Im Hochbau ist der Umsatz im Juli 2018 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,7 % gewachsen, während die gesamte Baubranche einen Zuwachs um 9,9 % registriert hat. Der Zentralverband des deutschen Baugewerbes (ZDB) befragt Unternehmen jeden Monat und die Umfrageergebnisse für September zeigen, dass die Firmen die Geschäftslage besonders im Wohnungsbau als „gut” empfinden und im Gewerbebau sowie Straßenbau als „gut bis befriedigend”. Laut dem ZDB haben die Arbeiten am Bau verglichen mit den Sommermonaten erneut zugenommen. Im Hochbau lag die Geräteauslastung im September bei 77 %, ein Anstieg um 2 % im Vergleich zum Vormonat. In diesem Bereich reicht der Auftragsbestand für ca. 3,5 Monate.

Der BFW steht dem Anstieg der Preise kritisch gegenüber

Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) begegnet dieser Baupreisentwicklung mit Skepsis. Es sei Zeit den Anstieg effektiv zu dämpfen. Realistische Baukostengrenzen seien notwendig, wenn es darum geht, die befristete Sonderabschreibung im Mietwohnungsbau einzuführen. Zudem verlangt der Bundesverband, dass die lineare Abschreibung an den tatsächlichen Werteverzehr im Gebäudebereich angepasst wird, da dies laut dem BFW die einzige Möglichkeit sei, um Nachfrageschwankungen vorzubeugen sowie die Voraussetzungen für langfristige Planungen der Kapazitäten zu schaffen.