Immobilien von privat kaufen – was gilt es zu beachten?

Die Höhe der Maklerprovision ist ein Grund, warum sich viele Menschen dafür entscheiden, Immobilien von privat zu verkaufen. Der Trend geht deutlich in die Richtung, auf diese Weise Geld zu sparen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Neben der Möglichkeit, auf die Maklerprovision zu verzichten, lassen Privatleute häufig auch sehr gut mit sich handeln. Dennoch gibt es einige Dinge, die beachtet werden sollten, damit es nicht zu einem bösen Erwachen kommt, wenn der Kauf dann abgeschlossen ist.

Gewährleistung als großer Streitfaktor

Auch bei Hauskäufen ist es durchaus so, dass hier der Grundsatz von „gekauft wie gesehen“ gilt. Wer sich also ein Haus ansieht, damit zufrieden ist und dieses kauft, der hat in der Regel keinerlei Gewährleistung. Stellt sich erst nach dem Kauf heraus, dass eine Wasserleitung undicht ist oder die Heizung nicht formuliert, kann der Verkäufer hier mit „Shit happens“ antworten. Der Käufer bleibt dann auf den Kosten sitzen und der Traum vom Haus wird schnell zu einem Albtraum. Um dies von vornherein auszuschließen, sollte eine Gewährleistung mit in den Kaufvertrag aufgenommen werden. Aber Vorsicht: Beim Privatkauf muss der Käufer selbst diese Gewährleistung formulieren oder damit jemanden beauftragen. Die wenigsten Verkäufer lassen sich jedoch darauf ein, hier zu unterschreiben. Der Grund ist klar: Eine Gewährleistung kann bedeuten, dass ein Verkäufer möglicherweise drauf zahlen muss. Tipp: Wer wirklich sicher gehen möchte, dass ihn hier keine bösen Überraschungen nach dem Kauf erwarten, aber auch die Gewährleistung vielleicht nicht unbedingt mit in den Vertrag aufnehmen möchte, der sollte unbedingt einen Gutachter hinzuziehen.

Unterstützung durch einen Anwalt oder Notar

Es ist durchaus legitim, dass der Vertrag noch einmal ganz in Ruhe durchgesehen wird. Wer also ein Haus kaufen möchte und einen Vertrag bekommt, der sollte diesen mit nach Hause nehmen und das Geld in einen Anwalt investieren, der hier einen Blick drauf wirft. Befinden sich in dem Vertrag Formulierungen, die für den Käufer einen Nachteil haben können, lassen sich diese vor Unterschrift noch korrigieren. Generell ist es durchaus empfehlenswert, den Vertrag von einem Experten aufsetzen zu lassen. Gerade bei der Höhe der Beträge, die ein Hauskauf nach sich zieht, ist die Investition hier lohnenswert.

Zeit für die Besichtigung

Viele kleine und große Mängel am Haus lassen sich schon bei einer Besichtigung bemerken. Dabei ist es jedoch wichtig, sich wirklich ausreichend Zeit zu nehmen. Vielleicht ist in der Familie ein Tischler, ein Maurer oder auch ein Installateur in der Verwandtschaft zu finden. Warum nicht hier einfach mal nachfragen, ob dieser das Haus mit besichtigen würde? Idealerweise werden alle Räume genau inspiziert. Dazu gehören auch der Dachboden sowie der Keller und der Außenbereich. Risse in den Wänden, feuchte Flecken oder auch alte Rohre verbergen sich meist dort, wo sie nicht direkt gesehen werden. Hinweis: Wenn der Verkäufer einen Mangel wissentlich verschweigt, dann handelt es sich hierbei um arglistige Täuschung. In diesem Fall besteht auch ohne Gewährleistung das Recht auf Ausbesserung. Um eben dies jedoch zu umgehen, sollte die Hausbesichtigung bei Tageslicht und mit viel Zeit durchgeführt werden.