KfW-Studie: Wohnungsbau durch Fachkräftemangel gebremst

16. August 2018

Es gibt in Deutschland nicht genügend Fachkräfte, wodurch der Bau von neuen Wohnungen nicht vorankommt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der staatlichen Förderbank KfW.

Neue Wohnungen werden zwar nur schleppend durch die Kommunen genehmigt und die Zahl der Bauwilligen ist gering, jedoch seien diese Faktoren nicht der wesentlichste Grund für die Engpässe auf dem deutschen Wohnungsmarkt. Laut der KfW-Studie seien stattdessen Kapazitätsengpässe der Hauptgrund, die mehr und mehr durch Fachkräftemangel ausgelöst werden.

Es mangelt an Meistern

Die Bauunternehmen erhalten zwar reichlich Aufträge, deren Bearbeitung kann allerdings aufgrund des Fachkräftemangels nicht schnell genug erfolgen. Im Bauhauptgewerbe, wie beispielsweise Unternehmen im Hochbau, werden daher Mitarbeiter aus dem Ausland eingestellt. Zugleich mangelt es im Bauhandwerk an qualifizierten Arbeitskräften. Besonders in den Bereichen Sanitär, Heizung und Klempner stünden nicht genug Meister und andere Fachkräfte zur Verfügung. Dieser Mangel werde durch die hohe Zahl der bei der Bundesarbeitsagentur gemeldeten Stellen offensichtlich, die über einen längeren Zeitraum unbesetzt bleiben.

Auch die Baulandknappheit führt dazu, dass der Wohnungsbau in den Ballungszentren ins Stocken gerät. Es wurde viel in Lücken gebaut sowie Wohnungen aufgestockt, wodurch die Nachverdichtung ihre Grenzen erreicht hat, wie dies beispielsweise in den dicht bevölkerten Metropolen Frankfurt und München der Fall ist. Ein weiterer Grund sei die Tatsache, dass der Baubeginn durch manche Bauherren hinausgezögert wird, da die Hoffnung auf sinkende Baupreise oder steigende Mietpreise besteht.

Prognose für 2018

Während im vergangenen Jahr 285.000 neue Wohnungen fertiggestellt wurden, werden gemäß den KfW-Angaben für dieses Jahr 300.000 neue Wohnungen erwartet, die höchste Zahl seit der Jahrtausendwende. Der Bedarf ist jedoch deutlich höher. Um der Wohnungsnot Herr zu werden, seien bis zum Jahr 2020 zwischen 350.000 und 400.000 neue Wohneinheiten nötig.

Eine Umfrage, die vom Dachverband Deutscher Immobilienvertreter (DDIV) durchgeführt wurde, zeigt, dass 86 % der befragten Immobilienverwaltungen der Ansicht waren, dass sich die Suche nach kompetenten Mitarbeitern in Zukunft als schwierig gestalten wird.