Reform: Share Deals werden verschärft

15. April 2021

Beim Grundstücks- und Immobilienerwerb sind Share-Deals begrenzt worden. Eine Reform des Gesetzes wurde nun vom Finanzausschuss des Bundestages beschlossen. Am 01. Juli 2021 sollen die verschärften Gewerbesteuer-Regeln in Kraft treten.

Bisher waren Immobilieninvestoren in der Lage mit Share Deals eine Menge Grunderwerbsteuer zu sparen. Durch die Reform werden Einnahmen für die Bundesländer in Millionenhöhe erwartet. Bislang musste die Grunderwerbsteuer erst dann gezahlt werden, nachdem 95 % der Anteile einer grundstückshaltenden Gesellschaft erworben wurden. Mit der Reform wird die Schwelle nun auf 90 % gesenkt. Zudem sieht die Reform eine Erhöhung der Haltefrist für die restlichen Anteile von fünf auf zehn Jahre vor. Die Share-Deals sollen dazu geführt haben, dass den Bundesländern in den letzten Jahren Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer von bis zu 1 Mrd. Euro pro Jahr entgangen sind.

So sah die alte Regelung von Share-Deals aus

Vor der Reform mussten Unternehmen nach dem Erwerb von Anteilen an einer Immobilien haltenden Gesellschaft keine Grunderwerbsteuer zahlen, wenn der Käufer maximal 94,9 % der Gesellschaft erwirbt. Der Verkäufer hielt die restlichen Anteile oder ein Co-Investor übernahm diese.

Handelte es sich um eine Personengesellschaft, so konnte der Mehrheitsgesellschafter außerdem  die restlichen Anteile vom Verkäufer der ersten 94,9 % hinzukaufen, nachdem eine fünfjährige Haltefrist verstrichen war. In diesem Fall war er nur verpflichtet, für den zuletzt erworbenen 5,1 %-Anteil die Grunderwerbsteuer zu entrichten.

Hintergrund der bisherigen Regelung

Durch die bisherige Regelung sollte verhindert werden, dass Gesellschaften mit Grundstücken, Büros, Lagerhallen oder Fabriken im Eigentum bei jeder noch so kleinen Verschiebung der Anteile automatisch eine Grunderwerbsteuer zahlen müssen. Doch die Finanzminister der Bundesländer entdeckten, dass die Share Deals auf missbräuchliche Weise angewendet wurden, um Steuern zu vermeiden.