Sanierungen werden von WEGs nicht in Angriff genommen

Jinny Verdonck

7. Juli 2017

Eine vom Verband Wohnen im Eigentum e. V. durchgeführte Umfrage ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es viele Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) gibt, die die Gebäude nicht instand setzen. Laut der Umfrage liegt dies nicht an Geldmangel, sondern daran, dass die benötigte Eigentümermehrheit nicht erreicht wird. Eine Rolle spielt dabei, dass es an Informationen und Motivation fehlt, was unter anderem auch damit zu tun hat, dass die Verwaltungen ungenügende Sachkenntnisse haben.

Ergebnisse der vom Bundesverbraucherministerium geförderten Umfrage

Im Rahmen dieser Umfrage wurden insgesamt 2.035 Wohnungseigentümer aus rund 90 % unterschiedlichen WEGs befragt. 85,7 % der Befragten unterstützen Sanierungsmaßnahmen mit dem Ziel, den Wert ihrer Wohnanlagen zu erhalten.

Von diesen Umfrageteilnehmern, deren Häuser aus den Jahren vor 2010 stammen, gaben 15 % der Befragten an, dass sie Maßnahmen für notwendig halten, die über Reparaturen hinausgehen. Gründe hierfür können u. a. durch Feuchtigkeit und Schimmel verursachte Bauschäden am Beton sein oder die Notwendigkeit einer Komplettsanierung. Da die Immobilie zum Teil abgewohnt ist oder es an Wohnkomfort mangelt, teilten 25 % der Befragten mit, dass Reparaturen an ihrem Haus erforderlich sind.

Von den Umfrageteilnehmern lebten 94 % in Wohnungen oder vermieteten Wohnungen, die vor 2010 gebaut wurden. Die Umfrageergebnisse dieser Gruppe lauten wie folgt:

48 % teilten mit, dass ihre WEG bisher keine Sanierung in Auftrag gegeben hat.

Bei 44 % war die Rede von vereinzelten Sanierungen (beispielsweise neue Fenster).

6,3 % gaben an, dass eine energetische Komplettsanierung durchgeführt wurde.

Keine Sanierungen geplant, trotz Sanierungsstaus

Dadurch, dass Sanierungen von vielen Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) nicht durchgeführt werden, könne der Sanierungsstau zukünftig weiter wachsen. Momentan liege dieser laut Zusammenfassung der Umfrage bei 40 Prozent, darunter fallen kleinere und größere Sanierungsstaus.

Des Weiteren fand die Umfrage heraus, dass 43 % der Befragten angaben, dass keine Sanierungsmaßnahmen geplant seien und dass 37 % der Umfrageteilnehmer Kenntnisse über geplante Einzelmaßnahmen hatten.

Während etwa ein Drittel der Befragten die Sanierungskosten nicht abschätzen konnte, so gaben ca. 20 % der Teilnehmer an, dass sich der voraussichtliche Kostenanteil auf unter 2.000 Euro belaufe bzw. zwischen 2.000 und 5.000 Euro liege.

Um Sanierungen in die Wege zu leiten, sei neben Information auch Motivation erforderlich. Allerdings mangelt es laut der Umfrage bei etwa drei Viertel der Verwaltungen sowohl an Equipment als auch an Erfahrungen im Projektmanagement, um die Gebäude der WEG nachhaltig instand zu halten. Das lässt sich laut dem Verband auch darauf zurückführen, dass die WEG-Verwaltungen bislang keiner Zulassungsregelung mit Sachkundenachweis unterliege.