Sicherheitsorientiertes Handeln bei der Finanzierung von Eigenheimen

25. Oktober 2017

In Deutschland liegen die Immobilienpreise und das verfügbare Einkommen zunehmend auseinander. Daher benötigen Eigenheimkäufer mehr Fremdmittel. Das hat zur Folge, dass sowohl die Kreditbelastung als auch die Anfangstilgung steigen.

Nach Angaben des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp) sind die Deutschen in Bezug auf die Finanzierung vorsichtig. Zu diesem Schluss ist der vdp nach einer Auswertung seiner Mitgliederdaten gekommen. Nach diesen Daten nehmen Erwerber von Eigentumswohnungen ein Darlehen auf, das durchschnittlich 21 % des Kaufpreises entspricht, wohingegen Eigenheimkäufer im Durchschnitt 78 % des Kaufpreises als Darlehen aufnehmen. Im Vergleich zum Jahr 2015 hat sich der Einsatz von Fremdmitteln geringfügig erhöht.

Das eingesetzte Jahreseinkommen nimmt zu

Die Immobilienpreise sind eindeutig in die Höhe geklettert. Kostete ein Einfamilienhaus vorher noch 298.000 Euro, so liegt der Preis mittlerweile bei 334.000 — ein Anstieg um durchschnittlich 35.000 Euro. Davon wurden 261.000 Euro mit einem Kredit finanziert. Damit Haushalte ein Eigenheim kaufen können, müssen Käufer im Durchschnitt 6,3 Jahreseinkommen einsetzen. Im Jahr 2015 betrug es noch 6,1 Jahreseinkommen. Für Eigentumswohnungen zur Selbstnutzung müssen mittlerweile durchschnittlich 6,0 Jahresnettoeinkommen auf den Tisch gelegt werden. Im Jahr 2015 waren es hingegen 5,5 Jahreseinkommen. In jeder Immobilienkategorie haben die Käufer für ihr Geld weniger Quadratmeter erhalten.

Niedrige Darlehenszinsen kompensieren den Preisanstieg nicht mehr

Da die Haushalte aufgrund der gestiegenen Immobilienpreise mit dem Sparen nicht mehr hinterherkommen, hat es eine höhere Kreditbelastung zur Folge. Um ein Haus finanzieren zu können, müssen Käufer durchschnittlich ein Viertel des Einkommens auf den Tisch legen (2015 waren es 23 %). Wird die Eigentumswohnung selber genutzt, so beträgt die Quote mittlerweile 24 %, was einem Anstieg um 6 % entspricht.

Höhere Anfangstilgung

Trotzdem wählen Haushalte eine Anfangstilgung, die im Vergleich zum Jahr 2015 höher ist. Während die Anfangstilgung im Jahr 2015 bei 3,1 % lag, beträgt diese mittlerweile 3,23 %. Zudem vereinbaren die Darlehensnehmer weiterhin lange Zinsbindungen. Gemessen am Neugeschäft der ersten sechs Monate 2017 beträgt der Wohnkreditanteil, der eine Laufzeit von über zehn Jahren aufweist, aktuell 64 %, was einer Erhöhung um 17 % entspricht (2015 waren es 47%).