Sparen lohnt sich nicht - jetzt muss der Finanzminister eingreifen

15. Februar 2016

Mini-Zinsen sind gerade in Bezug auf die Ersparnisse etwas, das sich niemand wünscht. Natürlich ist es von Vorteil, wenn die Zinsen für die Immobilienfinanzierung niedrig gehalten werden. Das gilt aber nicht für die Zinsen von Sparkonten. Kaum ein Deutscher hat noch Freude daran, sein Geld zu sparen. Das soll sich nun ändern, durch eine besser geförderte Riester-Rente. Wer sein Geld auf einem Konto spart, der möchte dafür im Idealfall natürlich auch gerne Zinsen sehen. Sparen macht nur dann Sinn, wenn das angelegte Geld auch neues Geld einbringt. Derzeit ist das jedoch nicht der Fall. Das Ergebnis: Das Spar-Interesse der Bürger nimmt ab und das wirkt sich auch auf die Altersvorsorge aus. Gerade hier sollte jedoch angesetzt werden.

Vermögensbildung durch Finanzkrise im Tief

Einer der Gründe für die Probleme bei der Vermögensbildung ist durchaus bei den Immobilienwerten zu suchen. Gerade um die Jahrhundertwende herum waren diese im Sinken begriffen. Als es 2008 zu einer Finanzkrise kam, wurden die Preise wieder angekurbelt und sind jetzt im Steigen begriffen. Das ist gut, allerdings nur für die Menschen, die auch Immobilien besitzen. Im Gegenzug zu den steigenden Immobilienpreisen sinkt das Sparguthaben, mehr Menschen sind bereit, sich zu verschulden. Gerade in Bezug auf die Vermögensbildung für das Alter muss hier also etwas passieren. Eine Idee ist es, die Sparer dann zu fördern, wenn sie auch bis ins Rentenalter hinein bereit sind, etwas für den Vermögensaufbau zu tun. Wohneigentum sowie eine erhöhte Förderung der Riester-Rente kann eine rettende Kombination darstellen. Diese wird aber nur dann gegeben, wenn das Vermögen bis zur Rente in dem Sparvertrag verbleibt. Bei einer vorzeitigen Auflösung sind auch Förderungen zu erstatten. Bisher gibt es jedoch noch keine Ambitionen von Seiten des Finanzministers, hier anzusetzen.

Mietwohnungen werden mehr gefördert – ein Problem für die Altersvorsorge

Die Verbindung der verbesserten Förderung von Mietwohnungen und die schlechte Altersvorsorge erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Die Wohnungsknappheit gerade in den Großstädten und Ballungsgebieten hat dafür gesorgt, dass neue Förderungen in Bezug auf den Mietwohnungsbau geplant wurden. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass Förderungen in diesem Bereich hauptsächlich für eine mietsenkende Wirkung gesorgt haben. Gleichzeitig wurden die Preise für Eigentum aber weiter in die Höhe getrieben. Gerade jungen Menschen wird es auf diese Weise erschwert, in Wohneigentum zu investieren. Die geringen Mieten sorgen zudem dafür, dass das Leben in Wohneigentum immer uninteressanter wird. Auf den ersten Blick ist dieser Trend nicht erkennbar, denn die nach wie vor niedrigen Zinsen für den Kauf oder den Bau von Immobilien sorgen für eine Kompensierung von dem genannten Effekt. Allerdings nicht auf die Dauer, denn um zur Rente hin die Immobilie abgezahlt zu haben, braucht es hohe Tilgungsraten und eine recht hohe Anfangsbelastung, die sich immer weniger junge Menschen leisten können. Eine Überschuldung ist daher keine Seltenheit. Zudem verhindern die hohen Raten das Ansparen von Kapital für die Altersvorsorge. Damit entsteht hier ein Kreis, der sich nur schwer durchbrechen lässt und sich dann im Alter bemerkbar macht.