Steigende Immobilienpreise nun auch in ländlichen Gebieten

Maria Lengemann

25. August 2016

Bisher gab es die Informationen rund um steigende Immobilien in erster Linie in Bezug auf die Großstädte. Das ändert sich nach und nach jedoch immer mehr. Wer in dünn besiedelten Regionen noch ein Schnäppchen machen möchte, der sollte sich beeilen. Denn der Boom der Preise hat nun auch diese Gebiete erreicht und weitet sich immer mehr aus. Der Kauf einer Immobilie in Großstädten erfordert immer mehr Kapitaleinsatz. Viele Menschen, die auf der Suche nach Eigentum sind, haben daher die Möglichkeit genutzt und sind in die ländlichen Regionen ausgewichen. Das ist eine durchaus gute Idee, denn hier waren Grundstücke und Immobilien noch verhältnismäßig günstig. Allerdings war es nur eine Frage der Zeit, bis sich der Preisboom aus den Großstädten und deren Randgebieten ausweitet. Das ist nun passiert und die Tendenz ist steigend.

Der Preisanstieg in kleinen Städten

Immobilienbesitzer in Frankfurt (Oder) dürften sich freuen, denn die Durchschnittspreise steigen an. So nahmen die Kosten für eine Immobilie in der Stadt allein im letzten Jahr um mehr als 35 Prozent zu. Gleiches gilt für Eichstätt. Wer das kleine Städtchen in Ostbayern bisher nicht kannte, der wird verwundert sein zu hören, dass die Preise hier um immerhin 25 Prozent angestiegen sind. Diese Daten beziehen sich auf eine Untersuchung der Vergleichswerte aus den ersten beiden Quartalen des Jahres 2016 mit der Entwicklung in 2015. Für die Erhebung der Werte werden die Kosten für Eigentumswohnungen sowie für Einfamilienhäuser und auch für Zweifamilienhäuser herangezogen. Die Liste der Gebiete mit dem höchsten Preisanstieg erlebt nun also einen empfindlichen Wechsel. War in den letzten Jahren fast schon Verlass darauf, dass hier an den ersten Stellen München und Berlin standen, so ändert sich dies langsam aber sicher, denn die Provinzen sind auf dem Vormarsch. Hinter Frankfurt (Oder) und Eichstätt befindet sich derzeit auf dem dritten Platz der Rangliste der Oberspreewald-Lausitz. Das beschauliche Städtchen Lübbenau braucht sich also nicht mehr verstecken, denn die Immobilienpreise stiegen hier um stolze 23 Prozent an. Dicht darauf folgen Erding und Cottbus. Während vor einigen Monaten also noch davon ausgegangen werden konnte, dass die Preise in den ländlichen Regionen günstig bleiben, ist dies heute nicht mehr der Fall. Grund dafür könnte eine Preisschwelle in den Großstädten sein. Immer weniger ist es möglich, die hohen Preise bei den Interessenten durchzusetzen, sodass die Anstiege in den Metropolen nun zurückgehen.

Ländlich gelegen und dennoch zentral

Warum der Preisanstieg gerade die genannten Orte betrifft, lässt sich bei genauer Betrachtung durchaus eingrenzen. So liegt dies möglicherweise daran, dass Frankfurt (Oder) zwar, im Vergleich zu Berlin, ein wenig ländlich erscheinen mag, sich aber dennoch nach wie vor in einem Ballungsgebiet befindet. Gleiches gilt für Cottbus. Zudem sind in einigen der Städte und Regionen die Preise nach wie vor sehr niedrig. Bereits ein geringer Anstieg der Preise reicht aus, damit sich durchaus sehr hohe Prozentzahlen ergeben. Die Preisunterschiede zwischen den Regionen sind beeindruckend. Während in Erding pro Quadratmeter 3.300 Euro aufgerufen werden, zahlen Interessenten im Landkreis Elbe-Elster nur rund 870 Euro pro Quadratmeter. Die weitere Preisentwicklung in den bisher weniger gefragten Regionen bleibt interessant.