Unwetterschäden am Haus – wer zahlt eigentlich was?

Maria Lengemann

13. Juli 2015

Immobilienbesitzer zittern bei einem Unwetter immer ganz besonders stark. Der Grund hierfür ist, dass Versicherungen sich bei Schäden am Haus nach einem Unwetter oft quer stellen und es zu einem langen Streit kommen kann. Ein Prüfung sowie ein Nachweis der Schäden können Immobilienbesitzern hier helfen. Draußen tobt das Unwetter, der Wind zerrt am Dach und an den Bäumen, die Äste knicken ab und der Sturm sorgt dafür, dass der Hagel genau gegen die Fenster prallt. Ein Unwetter ist eine schwere Prüfung für ein solides Haus und nicht selten hinterlässt es Schäden, die in vier- oder fünfstellige Höhen für den Besitzer des Hauses gehen. Hausbesitzer sollten nach dem Sturm Schritt für Schritt vorgehen und Schäden sofort dokumentieren.

Mit diesem Vorgehen Schäden dokumentieren

In erster Linie kommt es darauf an herauszufinden, wo Schäden entstanden sind. Nach dem Gewitter sollten daher die Fassade sowie das Dach genau untersucht werden. Was auf den ersten Blick nicht so schlimm erscheint, kann dafür sorgen, dass Feuchtigkeit und Schmutz in das Mauerwerk eindringen. Daher sollten alle Schäden überprüft, fotografiert und aufgeschrieben werden. Wie sieht es mit Wasserschäden aus? Wenn die Feuchtigkeit Flecken an den Dachschrägen hinterlassen hat, dann sollten diese auf jeden Fall behoben werden. Wird dies nicht getan, können sich Pilze und auf dieser Basis auch Schimmel bilden. Auch an der Fassade können feuchte Stellen die Schimmelbildung unterstützen. Besonders an Türen und Fenstern sollten mögliche Schäden überprüft werden. Rollläden sind besonders anfällig für den Sturm, vor allem dann, wenn sie von außen angebracht sind. Auch hier ist eine Reparatur notwendig.

Was zahlt welche Versicherung?

Sind die Schäden gesichtet und genau dokumentiert, dann wünschen sich Hausbesitzer natürlich eine schnelle Reparatur. Die Kosten sorgen jedoch dafür, dass viele Inhaber von Immobilien erst einmal auf die Zusage der Versicherung für die Übernahme der Kosten warten. Damit es hier keine Probleme gibt ist es von Vorteil zu wissen, welche Versicherung bei welchen Schäden greift:
  1. Wohngebäudeversicherung
Die Wohngebäudeversicherung greift bei Schäden, die am Gebäude selbst entstanden sind. Eine zusätzliche Elementarversicherung sorgt dafür, dass auch bei Schäden im Keller die Versicherung greift. Diese ist speziell ausgerichtet auf Überschwemmungen, Erdbeben und Lawinen. Die Kosten werden nur dann übernommen, wenn der Sturm eine Stärke von mindestens Acht hatte. Für diesen Nachweis sollte die Sturmwarnung der Wetterdienste für das Wohngebiet nachgewiesen werden.
  1. Hausratversicherung
Gerade durch eindringende Feuchtigkeit kann es auch zu Schäden an den Möbeln sowie an Elektrogeräten kommen. In diesem Fall ist ebenfalls eine genaue Dokumentation notwendig. Diese wird dann an die Hausratversicherung weitergegeben.
  1. Kaskoversicherung
Das Auto stand neben dem Haus und hat einen Ast abbekommen? In diesem Fall kann die Teilkasko herangezogen werden. Die Versicherung greift bei Schäden, die durch Unwetter und Sturm am Auto entstanden sind. Hinweis: Um einen Anspruch gegenüber der Versicherung geltend zu machen, sollten die Schäden schriftlich sowie mit Fotos dokumentiert und innerhalb von einer Woche eingereicht werden. Besonders sicher ist es, die Nachweise mit einem Einschreiben an die Versicherung zu schicken. So haben Versicherungsnehmer die Sicherheit, dass das Schreiben auch rechtzeitig eingegangen ist.