Wohneigentum außerhalb von Deutschland – die Preise bleiben stabil

Maria Lengemann

27. Juni 2015

Es gibt viele Gründe, sich nach Wohneigentum im Ausland umzusehen. Als Vorsorge für die Rente, als ein Domizil im Urlaub oder vielleicht auch als Möglichkeit, Deutschland den Rücken zu kehren – das Interesse an internationalen Immobilien steigt. Der „Global House Price Index“ für Wohnliegenschaften mittlerer Qualität der internationalen Immobilienberatung Knight Frank hat sich nun diesem Thema gewidmet und die Ergebnisse zu den Preisen für internationale Immobilien ist besonders interessant. So geht aus der aktuellen Auflage hervor, dass ein Anstieg der Preise kaum bis geringfügig erkennbar ist. Das erste Quartal des Jahres 2015 ist nun rum und die Ergebnisse sind eindeutig. Die Erhöhung nimmt gerade einmal 0,3 % in Anspruch. Für die Ergebnisse wurden mehrere Ländern untersucht und bei einem Dreiviertel zeigt sich, dass die Preise innerhalb des letzten Jahres fast gar keine Änderungen erfahren haben. Interessant ist hierbei auch ein Blick auf die vergangenen Jahre. Dennoch so wird deutlich, wie stark die Veränderung ist. So gab es vor rund drei Jahren lediglich knapp die Hälfte der Länder, in denen die Preise stabil blieben.

Wachstum nicht auf den ersten Blick erkennbar

Die Ergebnisse wirken auf den ersten Blick erst einmal interessant. Wer jedoch genauer hinsieht, der wird erkennen, dass sie durch die sinkenden Preise gerade in den großen Volkswirtschaften doch beeinflusst werden. Bei der Darstellung handelt es sich um ein Gesamtbild zu mehreren verschiedenen Ländern. Während in Frankreich und China die Preise deutlich gesunken sind, verzeichnet dagegen Hongkong ein Plus von fast 19 %. Verluste schreibt dagegen die Ukraine. Immobilien in der Ukraine sind teilweise um die 15,5 % günstiger als im Vorjahr. Für Investoren, die jetzt darüber nachdenken, in der Ukraine Immobilien zu kaufen, mag dieser Trend derzeit positiv erscheinen. Auch in China wurde ein Minus verzeichnet. So sind die Preise hier im Schnitt um rund 6,4% gesunken. Wer in den USA eine Immobilie erwerben möchte, der zahlt im Vergleich zum Vorjahr gut 4 % mehr.

Der Trend in Europa

Auch in Europa zeichnet sich ein Trend ab. Hier macht sich eine deutliche Teilung erkennbar. So zeigen sich beispielsweise in Spanien deutliche Steigerungen bei den Preisen. Einer der Gründe hierfür wird in den Hypothekenbedingungen gesehen, die in den letzten Jahren deutlich verbessert wurden. Auch in Portugal steigen die Preise an. Anders sieht es dagegen in Griechenland, Italien und auch auf Zypern aus. Hier zeigt sich die Tendenz eher zu sinkenden Preisen. Auch Deutschland wurde mit betrachtet. Im Vergleich zu den 56 erfassten Staaten zeigt sich Deutschland im vorderen Mittelfeld und ist auf dem 16. Platz zu finden. Hier gab es ein erkennbares Wachstum der Preise um rund 6,5 %. Beim Vergleich der Immobilienpreise spielt natürlich auch der Inflationsdruck in den einzelnen Staaten eine große Rolle. Gerade in den USA kann dieser noch weiterhin nachhaltige Auswirkungen haben. Nach Ansicht von Knight Frank ist hier im weiteren Verlauf des Jahres mit erhöhten Preisen zu rechnen. Wer also Interesse daran hat, in den USA Immobilien zu erwerben, der sollte die Entwicklung der Preise im Ausland ansehen.